Neues Ringtheater

Ihr Kino in Isny im Allgäu

Die Blutritter

Die Blutritter
Sondervorstellung
Frei ab 12 Jahren in Begleitung eines Elternteils ab 6 Jahre! ca. 90min. 1. Woche
Bildformat: CinemaScope
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Genre: Dokumentation
Regie: Douglas Wolfsperger

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Do, 01.12 Fr, 02.12 Sa, 03.12 So, 04.12 Mo, 05.12 Di, 06.12 Mi, 07.12
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Mit Regisseur Douglas Wolfsperger

Wenn man der Legende glauben will, begann alles vor langer, langer Zeit. Mit der Kreuzigung Jesu Christi auf Golgatha. Dazumal soll ein römischer Legionär das Blut des Gekreuzigten aufgefangen haben. Aus dem Soldaten wurde der Heilige Longinus, der Bischof von Mantua. Von dort geriet die Reliquie in die Hände der Welfen. Herzogin Judith schliesslich vermachte sie dem Kloster Weingarten, das sie gegründet hatte. Die Legende lebt! Alljährlich am Blutfreitag (dem Tag nach Christi Himmelfahrt) wird die Blutreliquie durch die Landschaft getragen bzw. geritten. In Weingarten geht die grösste Reiterprozession der Welt über die Gasse bzw. Felder - mit 3000 Reitern und 30 000 Pilgern. Doch das ist nur der äusserliche Anlass eines Films, der viel tiefer dringt. Das traditionsbewusste Ritual, das seit dem Mittelalter exerziert wird, ist Vorwand für ein Gesellschaftsbild. Vor allem Menschen aus dem Umkreis von 100 km nehmen aktiv an diesem Schaureiten teil. Wir lernen einen Landmetzger, der sich ausdrücklich gegen Tierquälerei ausspricht, einen ledigen Bäcker, der auch mal auf gut Glauben verkauft, einen Bestatter, einen Krankenpfleger, einen Rentner, der mit 425 Euro im Monat auskommen muss, ein Imker-Paar, einen praktizierender Indianerfreund, einen Klosterbruder und den Abt von Weingarten kennen. Einheimische - sie alle sind Teil dieser oberschwäbischen Männerwallfahrt. Und so wird der Film über die "Blutritter" zum Gesellschaftsbild über Volksfrömmigkeit und Folklore hinaus. Haindling alias Hans-Jürgen Buchner untermalt den Ritt durch eine dörfliche Gemeinschaft mit seiner Musik, die phasenweise an Ennio Morricone erinnert. Frech und pfiffig geschnitten, werden "Die Blutritter" zu Protagonisten eines Brauchtums, das Identität stiftet. Mit leicht ironischen, aber nie verletzenden Zwischentönen entwirft Douglas Wolfsperger ein facettenreiches Bild, von Kameramann Igor Luther ("Die Blechtrommel") meisterlich in Cinemasope fotografiert, und dringt zu existenziellen Fragen über Glauben, Partnerschaft und Tod vor.